St. Peter und Paul, Hosenfeld

Fastenzeit - 7 Wochen anders leben

Fastenzeit: 7 Wochen anders leben

„Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.“ (Ödön von Horvath)

Die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag lädt dazu ein, endlich damit zu beginnen anders zu sein. Sieben Wochen auf eine lieb gewonnene Gewohnheit verzichten oder aber etwas Neues wagen: täglich eine halbe Stunde spazieren gehen, das Fahrrad statt das Auto nehmen, vor jeder Mahlzeit ein Gebet sprechen.

Fasten ist eine religiöse Praxis des Neuwerdens, die Jahrtausende alt ist. Die Bibel berichtet an mehreren Stellen von einer 40-tägigen Fastenzeit in der Wüste: Mose, Elia und Jesus bereiten sich auf diese Weise frei von äußeren Ablenkungen auf ihren göttlichen Auftrag vor. Im frühen Christentum bildete sich aus dieser Vorstellung die Empfehlung heraus, dass die Taufbewerber vor der üblicherweise an Ostern vollzogenen Taufe ein bis zwei Tage fasten sollten. Eine an Aschermittwoch beginnende 40-tägige allgemeine Fastenzeit – die Sonntage gelten nicht als Fastentage – breitete sich erst ab 700 in der Christenheit aus. Dabei stand der Zweck der Buße im Vordergrund.

Wenn Christen heute fasten, möchten sie sich darauf besinnen, was wirklich in ihrem Leben zählt, und das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen. Fasten heißt, Süchte wieder in Sehnsüchte zu verwandeln. Nicht zufällig fällt die Fastenzeit auch mit der Passionszeit zusammen: Weil die Veränderungen uns sensibler und dünnhäutiger machen, helfen sie uns, die Bedeutung von Passion und Ostern intensiver zu empfinden.

(aus: Andere Zeiten, Magazin zum Kirchenjahr, Heft 1/2015)

Anregungen und Impulse zur Fastenzeit unter: www.anderezeiten.de

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